Zwei Bücher über das Älterwerden

  • Droemer-Knauer-Verlag widmet sich der alternden Gesellschaft
  • In Rezensionen

Plötzlich ist sie in aller Munde: die ältere Generation wird zu einem aktuellen gesellschaftlichen Thema, das aus verschiedenen Perspektiven Beachtung findet. Zwei lesenswerte Beiträge zu einer längst überfälligen Diskussion.

Susanne Fröhlich und Constanze Kleis "Älter werden ist wie jung sein, nur krasser" (ISBN 978-3-426-56148-5 € 18,-)
»Alle reden vom Altern, wir tun’s!« Begleiten Sie das erfolgreiche Bestsellerduo auf einer rasanten Abenteuer-Reise durch die späteren Jahre. In der Theorie haben wir die herrlichsten Pläne für die Happy Hour unseres Lebens: Freundschaften und Hobbies pflegen, Träume realisieren, sich selbst, die Welt, vielleicht auch noch einmal die Liebe neu entdecken. In der Praxis zeigt sich: Älterwerden ist gar nicht so
einfach, wie man immer denkt. Denn da liegt plötzlich ein Rentner in unserem Bett, man soll mal wieder mit einem Taschengeld auskommen und nicht nur die Kinnhaare wachsen, sondern auch Trägheit, Mutlosigkeit und Fatalismus.

 


Der Notausgang aus dem Alters-Grau: Humor, Zuversicht und Mut Die Spiegel-Bestseller-Autorinnen Susanne Fröhlich und Constanze Kleis haben ein paar Vorschläge, wie man den Zumutungen des Älterwerdens die Stirn bietet. Natürlich alle im Selbstversuch getestet: Wie man den Langlebigkeits-Hype – inklusive Eisbaden – überlebt. Wie man in einem Tattoo-Studio seine wahre Bestimmung findet. Wie man der Sogkraft des Sofas entkommt. Wie man lernt Finanzthemen zu lieben. Wie man möglichst früh letzte Dinge regelt. Ganz nach dem Motto: »Sei stärker als deine stärkste Ausrede – kleine Schritte sind besser als keine Schritte!« Ein Buch für alle, die die Alters-Arena mit hoch erhobenem Kopf betreten und den angestaubten Bildern von der Frau in ihren späteren Jahren den Mittelfinger zeigen wollen.

 

Alt und wertlos - jung und skrupellos? Wie die moderne Gesellschaft Altersdiskriminierung anheizt, das zeigt ddas neue Buch "Die Abgelehnten - Warum Altersdiskriminierung unserer Gesellschaft schadet" (ISBN 978-3-426-65988-5 € 22,-) von Reimer Gronemeyer. Boomer, alte weiße Männer und andere Stereotype: Die Altersdskriminierung muss aufhören. Noch nie war die Gesellschaft so alt wie heute – und zugleich so versessen auf Jugendlichkeit. Prof. Dr. Reimer Gronemeyer argumentiert gegen die allgegenwärtige Altersdiskriminierung und zeigt: Nur wenn Menschen jeden Alters an der Gesellschaft teilhaben, können wir die aktuellen Herausforderungen meistern. Die Zeit ist geprägt von rasanten sozialen und demografischen Veränderungen, Fragen der Generationengerechtigkeit und des Umgangs mit dem Alter werden immer dringlicher. Der Wandel in der Altersstruktur, die Debatte um die Rentensysteme und der oft zitierte Generationenkonflikt stehen im Zentrum gesellschaftlicher und soziologischer Diskussionen.
Altersdiskriminierung zeigt sich besonders in Bezug auf den Arbeitsplatz. Angehörige der Boomer-Generation, der sogenannten Goldenen Generation, sehen sich Vorurteilen und echten Benachteiligungen ausgesetzt, die viele ihrer individuellen Lebenswege direkt beeinflussen. Von den jüngeren Generationen werden sie wegen ihrer Haltung zu Klima und Umwelt oft pauschal verurteilt. Gronemeyer legt den Finger in die Wunde und zeigt, wie der demografische Wandel, die Rentenproblematik und die Zukunftsängste der jüngeren Generationen die generationelle Debatte um Wertvorstellungen und Visionen für die Zukunft noch verschärfen werden. Er fordert einen neuen gesamtgesellschaftlichen Austausch und sagt: Jeder Einzelne soll wertgeschätzt werden, unabhängig vom Alter. Reimer Gronemeyer war als promovierter Theologe zunächst Pfarrer in Hamburg, bevor er sich der Soziologie zuwandte. 1975 übernahm er eine Professur für Soziologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Seine Publikationsliste umfasst u. a. »Das 4. Lebensalter« und »Demenz«. Er beschäftigt sich mit der alternden Gesellschaft, Altersdiskriminierung und Demenz. www.droemer-knaur.de