Ab diesem Herbst präsentiert das Kröller-Müller Museum eine ganz besondere Ausstellung: Vom 15. September 2026 bis zum 3. Januar 2027 sind alle 88 Gemälde von Vincent van Gogh aus der Museumssammlung gleichzeitig zu sehen. Die Museumsgründerin Helene Kröller-Müller trug im Laufe ihres Lebens die weltweit größte private Sammlung von Werken des niederländischen Künstlers zusammen. Van Gogh gilt als einer der bedeutendsten Maler des 19. Jahrhunderts, auch wenn seine Kunst erst nach seinem Tod internationale Bekanntheit erlangte. Obwohl sich all diese Werke im Besitz des Museums befinden, werden sie nur selten gemeinsam gezeigt. Umso außergewöhnlicher ist diese Ausstellung, die zu den größten Van-Gogh-Ausstellungen des 21. Jahrhunderts zählt.
Glaube, Hoffnung und Liebe
Die Ausstellung präsentiert alle Gemälde anhand der drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe. Diese drei Themen spielen eine wichtige Rolle in van Goghs Leben und Werk. Mit seiner Kunst möchte er den Menschen Hoffnung und Trost schenken. Vincent van Gogh erwähnt die drei Tugenden am 29. Oktober 1876 in einer Predigt, die er als Theologiestudent in der Wesleyan Methodist Church in Richmond hält. Seine Laufbahn als Prediger währt jedoch nicht lange, da er sich auf Anraten seines Bruders Theo für die Kunst entscheidet. Seinen Werten bleibt er treu und bringt sie fortan in seinen Bildern zum Ausdruck. „Wir sind Pilger, unser Leben ist ein langer Marsch, eine Reise von der Erde in den Himmel.“ Vincent van Gogh, Richmond, 1876

Haupteingang zum Kröller-Müller Museum.

Bilderbuch für Kinder
Im Rahmen der Ausstellung und in Zusammenarbeit mit dem Verlag Leopold bringt das Museum ein Bilderbuch für Kinder heraus: Leben, um zu malen von Janneke Ipenburg. Das Buch erzählt die Geschichte, wie Vincent mit Unterstützung seines jüngeren Bruders Theo lernt, sich selbst zu malen. Die Brüder standen ihr Leben lang in regem Briefkontakt. Dank dieser Briefe wissen wir heute viel darüber, wie Vincent sich entwickelte und was ihn bewegte.
Fühlen und hören
In der Ausstellung kann das Gemälde Brücke in Arles (Pont de Langlois) nicht nur betrachtet, sondern auch ertastet und akustisch erkundet werden. Ein spezielles Tastmodell eröffnet einen ganz neuen Zugang zu dem Kunstwerk, sodass auch Besucher*innen mit einer Sehbehinderung das Gemälde erleben und die Brücke mit ihren Händen erkunden können. Über Kopfhörer lässt sich außerdem eine ausführliche Bildbeschreibung anhören. www.krollermuller.nl/de