Museumstage an der Romantischen Straße

  • Von Malern, Heiligen, Dampfloks und Lebenskünstlern
  • In Reportagen

An der Romantischen Straße, Deutschlands einzige Qualitäts-Ferienstraße, lassen sich auch in der Winterzeit abwechslungsreiche Museumsbesuche erleben, die mit einem attraktiven Kurzaufenthalt verbunden werden können.

Hier warten besondere Museumsschätze entlang der 460 Kilometer langen Route von Würzburg bis Füssen auf die Besucher/innen, die großartige Kulturerlebnisse ermöglichen. Dabei bieten die vielfältigen Ausstellungsschwerpunkte und Museumsthematiken für alle kulturinteressierten Reisenden ein großes Angebot, das jeden Ausflug an die Romantische Straße zu einer Zeitreise durch die Geschichte und Kultur werden lässt. 
Von 1525 bis 1809 war das Schloss Bad Mergentheim Sitz des Deutschen Ordens. Seine Hoch- und Deutschmeister ließen es von der mittelalterlichen Wasserburg zum prächtigen Barockschloss umbauen. Das Deutschordensmuseum im Residenzschloss Bad Mergentheim ist ebenso wie das Mörike-Kabinett einen Besuch wert.  Auf keinen Fall sollte man aber den kleinen Ortsteil Stuppach versäumen, denn hier befindet sich in der Pfarrkirche Maria Krönung im Ortsteil Stuppach in der Seitenkapelle der Kirche eines der bedeutendsten Werke der christlichen Kunst: die Stuppacher Madonna, 1516 gemalt von Matthias Grünewald.

 

Das über 500 Jahre alte Tafelbild überrascht mit seinen leuchtenden Farben und den zahlreichen Details, die der Maler in seinem Bild versteckt hat, so zum Beispiel die botanisch genau wiedergegebenen Blumen und Pflanzen. Oder die mit feinen Pinselstrichen herausgearbeitete Stadtkulisse im Hintergrund. Auch die Madonna mit dem Kinde wirkt auffallend lebendig und plastisch. Viele dieser Details sind Teil einer komplexen Bildsymbolik. So verweist der gleichzeitig blühende und Früchte tragende Baum auf die Jungfräulichkeit Marias. Und der Gartenpfosten in Kreuzform ist ein Hinweis auf das Leiden Jesu.  https://visit.bad-mergentheim.de und 
https://mariaekroenung-stuppach.drs.de/stuppacher-madonna.html
Im Fränkischen Museum in Feuchtwangen beeindruckt vor allem die große Bandbreite an Exponaten zur süddeutschen Volkskunst und drei besondere Räume: die Kapelle mit dem spätgotischen Annenaltar aus Sachsbach, der idyllische Museumsgarten und nicht zuletzt der Musemsvorhof, der zeigt, dass man moderne Architekturelemente harmonisch in alte Fachwerkhaussubstanz integrieren kann. Der spätgotische Flügelaltar im kleinen Kapellenraum des Museums steht hier schon seit 1908, ursprünglich stammt er aus der Kirche in Sachsbach bei Bechhofen. Er ist der Heiligen Anna gewidmet, der Großmutter des Jesuskindes. Es konnte zweifelsfrei festgestellt werden, dass der Sachsbacher Altar in der Werkstatt des Michael Wolgemut in Nürnberg zwischen 1500 und 1506 hergestellt wurde. Nach dem Rundgang durch die Wohnräume des Barock, des Rokoko, der Empire- und Biedermeier-Zeit, durch Bauernstuben und Räumen mit Fayencen und Gegenständen zur Alltagskultur lädt der Museumsgarten zum Verweilen ein. Er bietet neben einer Hammerschmiede, einem Flachsbrechhaus und dem Göpelwerk zu jeder Jahreszeit ruhigen Raum zur Entspannung und zum Nachsinnen über die zahlreichen Facetten fränkischer Kultur. www.feuchtwangen.de und www.fraenkisches-museum.de
Jedes Jahr Anfang März öffnet das Bayerische Eisenbahnmuseum in Nördlingen seine Tore, das zu den bedeutendsten technikhistorischen Museen in Deutschland zählt. Es verfügt über die größte private Fahrzeugsammlung in Süddeutschland, einen Überblick über die Vielfalt des Bahnbetriebs früherer Zeiten in Bayern vermitteln über 200 Fahrzeuge. Die bekanntesten Exponate sind die bayerische Schnellzugdampflok S 3/6 3673 aus dem Jahr 1918 und die 1889 gebaute Dampflok Füssen. Auch am 06.01.2026 hat das BEM geöffnet und am 21.02.2026 geht eine Dampflokomotive als Bodensee-Express auf die Reise nach Lindau. Und das 5. Nördlinger Eisenbahnfest im Museum findet vom 14.-17.05.2026 mit mehreren Dampfloks in Aktion statt. 
https://bayerisches-eisenbahnmuseum.de und www.noerdlingen.de/tourismus

Ein besonderes Museumserlebnis bietet auch das Herkomer Museum in Landsberg am Lech. Landsbergs Ehrenbürger Hubert von Herkomer (1849-1914) war Traditionalist und Künstler in einem. Als Porträtmaler berühmt, war er gleichzeitig Initiator der ersten Autorallye in Deutschland. Ein Künstler, der das Handwerk schätzte und sich für den technischen Fortschritt begeisterte. Das Museum  befasst sich mit der komplexen Künstlerbiographie Hubert von Herkomers, der einer der wichtigsten Porträtisten viktorianischer Zeit war, ein Künstler zwischen Tradition und Moderne, ein Kosmopolit, der sowohl in Bayern wie in England seine Heimat fand. Die Besonderheit des Sammlungsbestandes der Herkomerstiftung gründet auf ihrem Charakter als privater Nachlass. Mit Stiftungsgründung 1929 übereignete Herkomers Witwe Margaret neben Gebäuden, Gemälden und Kunstwerken viele persönliche Dinge der Familie Herkomer, die zu den Glücksfällen der Sammlung zählen: die Medaillen und Auszeichnungen Herkomers etwa, seine Kinderzeichnungen, die erkennen lassen, dass Herkomer bereits mit acht Jahren ein geübter Zeichner war. Abschluss und Höhepunkt des Ausstellungsrundgangs ist der Mutterturm: Durch den Übergang, den Herkomer 1909 zwischen Wohnhaus und Turm errichten ließ, kommt der Besucher in das außergewöhnliche Denkmal des Historismus, das den Besucher mit seiner originalen Ausstattung in eine andere Zeit versetzt. www.herkomer.de und www.landsberg.de/tourismus
Weitere Informationen zur Romantischen Straße, den Festveranstaltungen, ihren Orten, Sehenswürdigkeiten und Kulturveranstaltungen und findet man unter www.romantischestrasse.de