Mit Vlad ins Paradies

  • Kultur in Kosice und unberührte Natur erleben in den slowakischen Nationalparks
  • In Reportagen

Mit Speck fängt man bekanntlich Mäuse, mit Namen ist das nicht anders: Wer will sich schon dem Paradies entziehen, wenn es das bereits auf der Erde gibt?

Die Namensgeber des ersten slowakischen Nationalparks waren bereits bei seiner Gründung 1964 vorausschauende Leute. Die erste Erwähnung als »Slowakisches Paradies« geht sogar auf das Jahr 1921 zurück, als in einem Artikel der Zeitschrift »Krásy Slovenska« (Herrliche Slowakei), dieser Begriff das erste Mal auftauchte. Was wiederum beweist, dass der gelegentliche Blick in alte Magazine durchaus hilfreich sein kann, wenn man Anregungen für moderne Bezeichnungen sucht. Noch wichtiger ist hier im Nationalpark allerdings, jederzeit Augen und Ohren offen zu halten, den Erklärungen und Anweisungen der Ranger zu lauschen und die faszinierenden Landschaftspanoramen auf sich wirken zu lassen. Dann kommt man dem Paradies sehr nahe.

Natura 2000 Gebiet

 

Der Nationalpark Slowakisches Paradies, auf Slowakisch heißt er »Národný park Slovenský raj«, liegt im Ostteil des Landes und umfasst einen Bereich des Zipser-Gömmer Erzgebirges. Ein kleiner Teil liegt auch in der Region um Poprad und Brezno. Der Nationalpark hat eine Ausdehnung von 328 Quadratkilometern und besitzt mit so unterschiedlichen Landschaftsausprägungen von Karstebenen über Schluchten und Wasserfällen bis zu großen Höhlen eine bemerkenswerte Vielfalt und Artenreichtum. Im Grenzgebiet der beiden Regionen Zips und Gemer gelegen, findet man hier die ältesten Zeugnisse der Besiedelungsgeschichte der Slowakei. Hinzu kommen die größten Eishöhlen auf der Welt und Canyons und Schluchten von einzigartiger Schönheit. Der größte Teil der nationalen Naturreservate wurde bereits im Jahr 1964 zum Schutz der wertvollsten Schluchten und Täler ausgerufen. Außerdem wird ein 157 Quadratkilometer umfassender Bereich innerhalb des Nationalparks seit dem Jahre 2004 als Natura-2000-Gebiet geführt, gehört also dem europäischen Netzwerk von Schutzgebieten an, die den länderübergreifenden Erhalt gefährdeter Wildtierarten und Pflanzen und ihrer natürlichen Lebensräume sicherstellen.

 

Ranger aus dem Bilderbuch

Start- und Ausgangspunkt für einen Besuch des Nationalparks Slowakisches Paradies sind Spišská Nová Ves und die Zentren Cingov und Podlesok an der nördlichen und Dedinky an der südlichen Seite. Durch das Paradies verlaufen markierte Wanderwege mit einer Länge von insgesamt rund 300 Kilometern. Oft führen die Wege über Leitern, Ketten und Brücken, durch dramatische Landschaften, über tiefe Schluchten oder vorbei an rauschenden Wasserfällen. Es gibt auch über 200 Höhlen im Paradies, jedoch ist nur die Dobschauer Eishöhle öffentlich  als Besucherhöhle zugänglich. Sie gehört wie die anderen auch seit 2000 zum UNESCO-Welterbe. Einen Ehrenstatus hätte auch Vladimir Mucha verdient, denn der Ranger führt nicht nur sicher und kenntnisreich seine Gäste zu den schönsten Ecken des Nationalparks, er ist auch immer zu einem Spaß aufgelegt und kennt wirklich jeden Stein und jede Art, die einem unterwegs begegnet. Ein engagierter, freundlicher Naturschützer wie aus dem Bilderbuch. Auch wenn der Nationalpark mit bis zu 90 Prozent seiner Gesamtfläche von Fichtenwäldern bedeckt ist, zeichnet sich die örtliche Flora und Fauna auf Grund des Mineralreichtums des Bodens durch eine große Vielfalt aus. Wirbeltiere sind mit 200 Arten vertreten, darunter Bären, Luchse, Wölfe und Hirsche, Rehe und Schwarzwild. In den abgelegenen Felsnischen nisten Raubvogel- und Singvogelarten.

Wem nach so viel wilder Natur der Sinn nach städtischem Leben steht, der macht einen Abstecher ins schöne Košice, die Europäische Kulturhauptstadt 2013 besitzt noch immer sehr viel Charme.

 

http://slovakia.travel/de/nationalpark-slovensky-raj und  www.visitkosice.org