Irische Stimmen zum Brexit

Die Befürchtungen waren und sind bei vielen Menschen in der Republik Irland und in Nordirland greifbar, dass der Brexit alte Wunden aufreißt und die Grenze wieder trennen könnte.

Auch nach über 20 Jahren Friedensprozess sind die Erinnerungen an die „troubles“ noch lebendig. Ein Beispiel: Wir sind unterwegs mit einem Kleinbus von Dublin zur Inishowen Halbinsel im Nordwesten, durchfahren Nordirland, um nach Moville zu gelangen. Kurz vor dem kleinen Grenzort Sion Mills in der Grafschaft Tyrone nimmt der Busfahrer seine irische Flagge von der Ablage an der Frontscheibe. Er sagt, dass es früher hier schwer gewesen sei, mit einem Nummernschild der Republik durch den Ort zu fahren. Scheinbar ist er immer noch oder wieder vorsichtig geworden. Wie wird sich der Brexit auf Irland- und Nordirland-Gruppenreisen auswirken? „Wir erwarten auf jeden Fall deutliche Gästerückgänge, vor allem von unseren Nachbarn aus Nordirland“, sagt Brian MacDermott, Chef und Meisterkoch im Foyle Hotels in Moville. „Aber wir hoffen und bauen auch weiterhin darauf, dass der Friedensprozess nicht umkehrbar ist und unsere ausländischen Gäste uns treu bleiben.“ Als Vorbild für eine gemeinsame, Grenzen überwindende Zukunft kann das irische Rugby-Union-Team „Men in Green“ dienen, das aus Spielern aus Nordirland und der Republik Irland gebildet wird und die gemeinsam auf der Rugby-Weltmeisterschaft 2019 in Japan sich bis ins Viertelfinale vorgekämpft hatten. Auch wenn die „All Blacks“ aus Neuseeland dann Endstation waren. www.ireland.com