Westend Verlag mit zwei wichtigen Novitäten
Der Westend Verlag legt immer wieder bedeutende Bücher auf zu bewegenden Themen unserer Gesellschaft. Im diesjährigen Frühjahrsprogramm ragen zwei empfehlenswerte Titel heraus, die nicht nur den allgemeinen Diskurs bereichert, sondern darüber hinaus auch noch spannend und erkenntnisreich zu lesen sind.
Zwei Intellektuelle unserer Gegenwart - Moshe Zuckermann, Historiker und Zeitdiagnostiker, und Florian Rötzer, Journalist und Philosoph - sprechen über das, was unsere Zeit erschüttert. Ihr Buch „In der Wüste der Gegenwart“ (978-3-98791-359-4 €18,-) ist ein Experiment des freien Denkens über Grenzen hinweg: Zwischen Israel und Deutschland, zwischen verschiedenen Lebensgeschichten, Prägungen und kulturellen Perspektiven. Gemeinsam werfen sie einen hellsichtigen Blick auf die Zeitenwende: den Stand der demokratischen Kultur, das Verstummen kritischer Diskurse, das Erstarken rechter Bewegungen und die Transformation der Öffentlichkeit durch Medien und Algorithmen. Sie konstatieren, dass Wissenschaft und Kultur zunehmend als Bedrohung gelten und dass die intellektuelle Auseinandersetzung in einer Welt des kulturindustriellen Lärms kaum noch Gehör findet. Doch gerade jetzt fordern sie eine neue Rolle für den Intellektuellen: als unbequemer Außenseiter, der sich nicht vereinnahmen lässt. Ähnlich den Philosophen der Antike.

Florian Rötzer, geboren 1953, ist freier Autor und Publizist. Er war Mitgründer von Telepolis und gibt heute das Online-Magazin Overton mit heraus. Bei Westend erschien zuletzt „Sein und Wohnen“ (2020).
Moshe Zuckermann, geboren 1949, wuchs als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in Tel Aviv auf. Seine Eltern emigrierten 1960 nach Frankfurt am Main. Nach seiner Rückkehr nach Israel im Jahr 1970 studierte und lehrte er an der Universität Tel Aviv. Er ist emeritierter Professor für Geschichte und Philosophie. Im Westend Verlag erschien zuletzt „Fortschritt“ (2024).

In der Türkei tobt ein Gesellschaftskampf, der sich auch auf die in Deutschland lebenden Türkeistämmigen auswirkt. Tiefe Gräben trennen die verschiedenen Gesellschaftsgruppen voneinander: nationalistische Kemalisten, die einstige AKP-Basis der Partei Erdogans, Feministinnen, Kurden, Aleviten, Juden, Griechen, Armenier. Sie alle haben sich ihre eigenen, nebeneinander existierenden Realitäten geschaffen, leben in eigenen Stadtvierteln, schicken ihre Kinder auf unterschiedliche Schulen. Gleichzeitig gibt es Menschen, die diesen Kampf leid sind. Menschen, die ihre pluralistische Gesellschaft zum Strahlen bringen möchten, die das staatliche, von oben diktierte Geschichtsnarrativ ablehnen und an eine auf Solidarität aufbauende Gesellschaftsordnung glauben. Ihnen schenkt Ceyda Nurtsch in dem Buch „Jeder Atemzug ein Fest“ (ISBN 978-3-98791-344-0 € 18,-) Gehör. Nach ihrem Studium der Islamwissenschaft, Politik und Philosophie in Köln und Bonn, promovierte Ceyda Nurtsch zum Thema Türkische Großstadtlyrik und erlangte eine Qualifikation zur trimedialen Redakteurin bei der Deutschen Welle. Derzeit arbeitet sie als freie Journalistin zu den Schwerpunkten Türkei, Kultur und Migration. www.westendverlag.de