Der Klartext Verlag hat vier neue Wander- und Freizeitführer herausgegeben, die für die ganze Familie märchenhafte Abenteuertouren und attraktive Ausflüge zu historischen Orten in Deutschlands vielfältigsten Regionen bereit halten. Reichhaltig illustriert, mit nützlichem Kartenmaterial versehen und echte Insidertipps bietend, sind diese neuen Bücher verlässliche Wegweiser zu den Schätzen unserer Heimat.

Bodensee zwischen Talsperren, Burgen und Kugelbahnen
Ob durch Weinberge bei Meersburg, hinunter in die Marienschlucht oder hinauf zur Karrenbahn über Dornbirn: Im Klartext Verlag erscheint mit „Kleine Füße, große Abenteuer. Unvergessliche Wanderungen für Familien“ (ISBN 978-3-8375-2754-4 € 16,95) ein neuer Wanderführer, der Familien einmal komplett um den Bodensee führt. Autorin Linda Lengler hat dafür elf Touren durch Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammengestellt. Der Bodensee liegt an der Schnittstelle dreier Länder – und genau das macht die Region so besonders. Während auf der deutschen und schweizerischen Seeseite Streuobstwiesen, Fachwerkorte und sanfte Hügel das Bild prägen, wird es Richtung Appenzell zunehmend alpiner. In Vorarlberg wiederum warten Bergbahnen und Panoramawege hoch über dem Rheintal. Dazwischen immer wieder das typische Bodenseegefühl: Wasser, Obstplantagen, kleine Häfen, Schiffe und ein Licht, das den See mitunter wie das Meer wirken lässt. So führen die Wanderungen mal durch Weinberge, mal lauschen Familien Appenzeller Witzen hoch über dem See, mal entdecken sie versteckte Schluchten und verwunschene Waldpfade.

Wandern, wie Familien es lieben
Der Wanderführer versteht sich ausdrücklich nicht als Werk für sportliche Höchstleistungen. Es geht nicht darum, möglichst viele Kilometer zu sammeln oder Gipfelrekorde zu brechen, sondern um gemeinsame Zeit draußen: um matschige Schuhe nach einer Wanderung durch den Wald, um Eispausen am Hafen und um Kinder, die freiwillig weiterlaufen, weil hinter der nächsten Kurve eine Kugelbahn, ein Kletterwald oder eine Riesenschaukel wartet. Unterwegs streifen die Familien durch Apfelplantagen, laufen am Wasser entlang, fahren mit der Zahnradbahn, beobachten Tiere und lösen Rätsel. Manche Touren sind dabei bewusst ruhig und naturnah gehalten, andere stecken voller Spielstationen und Abenteuer; einige Wege führen direkt am See entlang, andere hinein in Wälder, Schluchten oder auf aussichtsreiche Höhenwege. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie den Bodensee so zeigen, wie Familien ihn tatsächlich erleben – lebendig, abwechslungsreich und voller kleiner Entdeckungen.
Elf Touren mit sehr unterschiedlichem Charakter
Die St.-Katharinen-Runde bei Konstanz führt zunächst durch den Mainau-Erlebniswald, wo ein Kletterwald mit neun Parcours, Baumhäusern und einer rund 65 Meter langen Seilrutsche zum „Äffchen spielen“ einlädt, bevor es weiter zum idyllischen Biergarten St. Katharinen mit Kugelbahn und Grillmöglichkeiten geht. Der Panoramaweg über Hagnau verläuft zunächst direkt am Wasser entlang, führt durch Weinberge und zurück in die Meersburger Altstadt, wo die älteste bewohnte Burg Deutschlands sowie die Wohnräume der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff besichtigt werden können. Die Rundwanderung um die Insel Reichenau führt einmal komplett um das UNESCO-Weltkulturerbe, stets nah am Ufer, vorbei an Gewächshäusern, Weinbergen und der Kirche St. Peter und Paul in Niederzell. Von Dingelsdorf aus geht es über den 506 Meter hohen Purren, von dem sich bei klarer Sicht der Blick bis zum Säntis und den Churfirsten öffnet, hinunter zum Fuchshof mit Erdbeerfeldern zum Selberpflücken und, wie die Autorin schreibt, „vielleicht dem besten Käsekuchen der Welt“. Ein besonderes Highlight ist die Tour durch die Marienschlucht: Der im März 2026 neu eröffnete Panoramasteg führt über rund 280 Stufen und mehrere Aussichtsplattformen durch die bis zu 30 Meter tiefe, in weiches Molassegestein geschnittene Schlucht hinunter ans Wasser, bevor die Wanderung im Burghof bei Wallhausen endet, dessen Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht. Ganz auf Bewegung und Spaß ausgelegt ist der Schaukelweg im Deggenhausertal, auf dem Familien 14 unterschiedliche Schaukeln und Wippen erwarten – von der Kettenkarussell-Schaukel bis zur Schiffschaukel im Bodensee-Ruderboot. Auf dem Familien-Rätselweg „Karrengold“ vom Karren nach Dornbirn müssen sieben Rätsel auf einer eigens erhältlichen Schatzkarte gelöst werden, bevor im Tal eine Schatztruhe wartet; zuvor lohnt sich ein Abstecher zur Karren-Kante, einem 12 Meter langen Aussichtssteg mit Blick über Rheintal, Bodensee und Schweizer Berge. Auf Schweizer Seite führt der Appenzeller Witzeweg von Rorschach nach Reineck über steile Bergabschnitte und schattige Waldpfade, gespickt mit Witztafeln auf Schweizerdeutsch und Hochdeutsch, und endet standesgemäß mit einer Fahrt in der historischen Zahnradbahn „Walzehuusebähnli“. Die abschließende Rundwanderung durch die Wiler bei Arbon startet und endet am Museum der Mosterei Möhl, das seit 1895 in Familienbesitz ist und unter anderem den Holzfasskeller mit den größten ovalen Fässern der Schweiz zeigt; unterwegs liegen das märchenhafte Schloss Roggwil und der Kräutergarten des Herstellers A. Vogel mit Labyrinth für die Kleinen. Praktische Extras für die ganze Familie Jede Tour ist mit klaren Angaben zu Streckenlänge, Gehzeit, Höhenmetern, An- und Abreise sowie Wegbeschaffenheit versehen. Piktogramme zeigen auf einen Blick, ob eine Strecke kinderwagenfreundlich oder barrierefrei ist und wo es Einkehrmöglichkeiten, Spielplätze oder Wassererlebnisse gibt. Ergänzt wird der Wanderteil durch ein ausführliches Kapitel mit allgemeinen Tipps zum Wandern mit Kindern: von der richtigen Rucksackpackung über Ideen für Spiele unterwegs bis zu Anregungen, wie aus dem Buch ein eigenes kleines Wandertagebuch werden kann, in das Tickets eingeklebt oder Lieblingsmomente gemalt werden. Auf Rätsel- und Bastelseiten am Ende jeder Tour begleiten die Buchfiguren Max und Merle die jungen Leserinnen und Leser mit Suchbildern, Gitterrätseln und kleinen Kreativaufgaben – Kinder können ihre selbst erfundenen Geschichten sogar per E-Mail an die beiden schicken.

Zwischen Talsperren, Burgen und Kugelbahnen
Pünktlich zur Wandersaison ist im Klartext Verlag der neue Familien-Wanderführer „Kleine Füße, große Abenteuer. Erzgebirge und sächsisches Vogtland“ (ISBN 978-3-8375-2725-4 € 16,95) erschienen. Autorin Laura Kaiser und Fotograf Christoph Schaarschmidt nehmen Familien mit Kindern mit auf elf sorgfältig ausgesuchte Touren durch das Erzgebirge und das angrenzende sächsische Vogtland. „Für dieses Buch sind wir auf Felsen und Berge gestiegen, haben Holzkugeln gekullert, dem Rauschen der Flüsse gelauscht, über Moore gestaunt, schattige Wälder erkundet, bunte Blumen fotografiert, sind über Brücken spaziert, haben Tiere beobachtet und Legenden gehört“, beschreibt Laura Kaiser die Recherche zum Buch. Das Erzgebirge und das benachbarte Vogtland liegen beide im Süden Sachsens und bieten mit charmanten Orten, einladenden Stauseen, großen Wäldern sowie herausragenden Felsen und Bergen reichlich Wanderpotenzial für die ganze Familie. Da „kurze Wanderbeine“ erst trainiert werden müssen, sind die elf Touren im Buch unterschiedlich anspruchsvoll gestaltet und mitunter abkürzbar. Das Buch führt von Westen nach Osten durch die Region: Es beginnt bei Plauen mit einer Brückentour, die die Talsperre Pöhl und die als zweitgrößte Ziegelsteinbrücke der Welt geltende Elstertalbrücke verbindet, und führt über einen alten Wald bei Zwota, ein Wildgehege samt Erlebnispfad bei Ellefeld sowie eine Moortour auf Holzstegen rund um den Vogtlandsee bei Grünheide. Im Westerzgebirge stehen ein Bergbau-Lehrpfad bei Eibenstock, eine Ruine samt Kreativwald bei Hartenstein sowie die Talsperre Markersbach im Mittelpunkt. Weiter geht es zu blühenden Bergwiesen und Spielplätzen rund um den Fichtelberg bei Oberwiesenthal, auf den Spuren der Wildschütz-Legende Karl Stülpner zur Burg Scharfenstein, durch die Felsenwelt des Schwarzwassertals bei Pobershau und schließlich ins Spielzeugdorf Seiffen, wo eine neue „Kugeltour“ mit zahlreichen Kugelbahnen zum Entdecken einlädt.

Praktisch, kindgerecht und liebevoll gestaltet
Jede Tour ist mit genauen Angaben zu Streckenlänge, Gehzeit, Höhenmetern, Anreise mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln sowie zur Wegbeschaffenheit versehen – so wissen Eltern sofort, ob eine Strecke kinderwagentauglich ist oder eher für geübte kleine Wanderer geeignet. Piktogramme kennzeichnen zusätzlich Aussichtspunkte, Wassererlebnisse, Spielplätze, Gastronomie und historische Orte entlang der Strecke. Zu jeder Tour gibt es zudem Kartenausschnitte, die so detailliert sind, dass man in den meisten Fällen gut ohne GPX-Daten wandern kann. Und wer doch lieber digital unterwegs ist: Die Daten stehen ergänzend auf der Verlagswebsite zum Download bereit. Begleitet werden die Kapitel – wie immer in der Reihe „Kleine Füße, große Abenteuer“ – von den gezeichneten Figuren Max und Merle, die durch das Buch führen, sowie von Rätsel- und Spielseiten, darunter ein Tierquiz, Labyrinthe und ein kniffliges Fluss-Überquerungsrätsel. Infokästen zu Natur-, Bergbau- und Sagengeschichte der Region sowie Tipps zu kinderfreundlicher Gastronomie und Ausflugszielen in der Nähe der Routen runden die nützlichen Hinweise ab.
Praktische Tipps rund ums Wandern mit Kindern
Ein einleitendes Kapitel widmet sich zudem allgemeinen Tipps zum Wandern mit Kindern: von der richtigen Ausrüstung – feste Schuhe, Zwiebellook, Sonnenschutz, ggf. Laufrad oder Kraxe – über ausreichend Proviant bis hin zu Beschäftigungsideen für die Autofahrt und unterwegs, etwa Ratespiele oder das Sammeln von Fundstücken in einer „Wander-Schatzkiste“. Auf der Startseite jeder Tour findet sich zudem Platz für eine kleine Logbuch-Notiz zu Datum, Wetter und einer Sterne-Bewertung durch die Kinder.

Neuer Familienwanderführer entdeckt die Lausitz und den Spreewald
Elf sorgfältig ausgewählte Wanderungen für Familien durch eine der landschaftlich abwechslungsreichsten Regionen Deutschlands stehen im Zentrum des außergewöhnlichen Reisebegleiters „Kleine Füße, große Abenteuer – Gemeinsam in der Lausitz und im Spreewald unterwegs“ (ISBN 978-3-8375-2724-7 € 16,95) von Laura Kaiser und Christoph Schaarschmidt. Und wie man es von der Buchreihe gewohnt ist, finden sich auch hier zahlreiche Aktionsseiten für Kindergarten- und Grundschulkinder – für die Abwechslung zwischendurch. Die Lausitz ist eine Region voller Kontraste und Überraschungen. Zu ihr gehören die Niederlausitz im Südosten Brandenburgs und die Oberlausitz im Osten Sachsens – vom Spreewald mit seinen unzähligen Kanälen über das Seenland in der noch aktiven Bergbaugegend bis zum Zittauer Gebirge im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien. Ob weite Felder, glitzernde Seen, dunkle Wälder oder hohe Sandsteinfelsen: Die Region bietet landschaftlich eine enorme Abwechslung und wartet nur darauf, von neugierigen Kinderaugen entdeckt zu werden. Genau das haben Laura Kaiser und Christoph Schaarschmidt getan – und dabei als Eltern eine ganz neue Perspektive auf die ihnen vertraute Region gewonnen: „Als Sachsen war sie uns nicht fremd – und doch haben wir sie begleitet von kleinen Füßen mit anderen Augen gesehen. Ob Maschinen gucken im Tagebau, Vogelsuche im Moor oder Felsen, die wie Tiere aussehen: Ohne Kinder wären uns viele Highlights am Wegesrand entgangen.“ Hinzu kommt die reiche sorbische Sagenwelt mit Drachen, Schlangen, Teufeln und Lutki – zwergenhaften Wesen –, die den Touren eine märchenhafte Dimension verleiht.
Elf Touren – von der Spreeaue bis zum Gipfel
Das Herzstück des Buches bilden elf familientaugliche Wanderungen, die von den Autoren gemeinsam mit ihren Kindern getestet und allesamt für gut befunden wurden. Die Touren decken das gesamte Spektrum der Region ab. Im Spreewald führt gleich die erste Tour – die Inseltour durch Lübben – unter anderem auf einen einzigartigen Wasserspielplatz auf der Schlossinsel. Die rund sechs Hektar große Parkanlage ist das grüne Herz der Stadt, wo Kinder auf einem Floß durch ein Becken staken oder selbst ausprobieren können, wie Schleusen funktionieren. Die Fließetour bei Burg führt entlang der Nebenflüsse der Spree, vorbei an traditionellen Bauernhöfen mit den mysteriösen gekreuzten Schlangenköpfen auf den Dächern – die auf die alte Legende vom Schlangenkönig zurückgehen – und endet bei der legendären Spreewälder Eismanufaktur Eisvogel. Die Spreeauentour bei Dissen zeigt, wie Renaturierungsprojekte die Landschaft prägen und wie Aueroxen als Nachzüchtung wieder die Spreeauen bevölkern. In der Niederlausitz begeistert die Naturparkrunde durch Lugau mit Streuobstwiesen, Bienenburgprojekten und einer Kneippanlage für müde Wanderfüße. Die Teichetour im „Krabat“-Land taucht in die geheimnisvolle sorbische Sagenwelt rund um Hoyerswerda ein und führt durch das Naturschutzgebiet Dubringer Moor, wo Schwäne, Kraniche und mit etwas Glück sogar ein Seeadler zu beobachten sind. Die Tagebautour bei Caminau zeigt den Wandel der Landschaft: aktive Bergbauflächen und renaturierte Gebiete liegen hier unmittelbar nebeneinander. In der Oberlausitz lädt die Brückentour durch die Gröditzer Skala zum Wandern durch ein verstecktes grünes Paradies aus altem Wald und tiefem Flusstal ein. Die Steinbruchtour Königshain eröffnet spektakuläre Einblicke in die Königshainer Berge – das kleinste Mittelgebirge Deutschlands – und belohnt mit einem 22 Meter hohen Aussichtsturm mit Rundumblick über die Oberlausitz. Die Spreeparkrunde bei Neusalza-Spremberg begleitet die Spree nahe ihrer Quelle, vorbei an Kamerunschafen und Damwild, bis hin zu einem vielfältigen Abenteuerspielplatz. Den krönenden Abschluss bilden zwei Touren im Zittauer Gebirge: Die Fantasietour bei Jonsdorf führt durch den märchenhaften Steinzoo – eine Felslandschaft mit Formationen wie Nashorn, Teekanne und liegendem Dackel –, durch schmale Felsgänge und vorbei an mittelalterlichen Mühlsteinbrüchen. Und schließlich wartet Tour 11 „Auf die Lausche“: Der Aufstieg auf den höchsten Gipfel der Lausitz – 793 Meter – ist eine echte sportliche Herausforderung, die mit einem atemberaubenden Rundumblick belohnt wird.
Mehr als ein Wanderführer
Doch „Kleine Füße, große Abenteuer“ ist weit mehr als eine bloße Sammlung von Wegbeschreibungen. Das Buch ist ein umfassender Begleiter für den gesamten Familienausflug – von der Vorbereitung bis zur Nachbereitung. Praktische Tipps zu Ausrüstung, Proviant und zur richtigen Planung helfen Familien, den Tag entspannt zu gestalten. Übersichtliche Karten und GPX-Daten zum Download machen die Navigation einfach. Auf jeder Tourseite findet sich Platz für ein persönliches Logbuch: Wann wurde gewandert? Wie war das Wetter? Wie viele Sterne verdient die Tour? Aktionsseiten mit Rätseln, Spielen und Naturinfos sorgen auch unterwegs für Abwechslung – für Kindergarten- wie für Grundschulkinder. Begleitet werden alle Touren von den sympathischen Buchfiguren Max und Merle. Entlang der Strecken werden zudem besondere Einkehrmöglichkeiten empfohlen: von kinderfreundlichen Restaurants über fantasievolle Eiscafés wie dem Eisvogel in Burg bis hin zu liebevoll gestalteten Museen wie dem interaktiven Naturparkzentrum „erlebnisREICH“ in Doberlug-Kirchhain.

Wo Märchen und Landschaft eins werden: Wanderbuch entführt in die Sagenwelt des Spreewalds und der Lausitz
Der Spreewald ist kein gewöhnlicher Wald. Denn die Landschaft mit ihren verzweigten Fließen und Kanälen ist nach alter Überlieferung selbst ein Werk des Teufels. Mit diesem Versprechen nimmt Autorin Kristina Offermann ihre Leserinnen und Leser in ihrem neuen Buch „Märchenhaft wandern im Spreewald und in der Lausitz“ (978-3-8375-2722-3 € 18,95) mit auf eine Entdeckungsreise in eine der faszinierendsten Regionen Deutschlands – zwischen Sagenwelt, sorbischer Kultur und atemberaubender Natur. Wer den Spreewald und die Lausitz kennt, ahnt es bereits: Diese Landschaft steckt voller Geschichten. An den Ufern mystischer Wasserwege lauern der Nix – auch Nyks genannt – und der Schlangenkönig, im stillen Koboldsee bei Straupitz soll einst ein Kobold mit seiner Tochter in einem schimmernden Palast auf dem Grund des Gewässers gelebt haben. In den Feldern zur Mittagszeit erscheint die geheimnisvolle Mittagsfrau – eine hochgewachsene, knochig-dünne Gestalt im langen weißen Gewand –, die alle, die nicht klug genug antworten, in Gefahr bringt. Und im sorbischen Glücksdrachen Plon, der Reichtum und Schutz bringt, wenn man ihn täglich mit Brei füttert, lebt der Geist einer jahrtausendealten Volkskultur fort. Tief verwurzelt sind diese Sagen in der Kultur der Sorben/Wenden, die seit mehr als 1000 Jahren in Spreewald und Lausitz zu Hause sind. Trotz vieler Umbrüche – Christianisierung im Mittelalter, Germanisierung im 18. und 19. Jahrhundert – haben sie ihre Sprache, Bräuche, Trachten und Erzählungen bewahrt. Zweisprachige Ortsschilder, das Osterreiten und eine reiche Sagenwelt mit Wasserwesen, Schlangen- und Waldgeistern zeugen davon, dass diese Kultur bis heute lebendig ist.
Zwölf märchenhafte Touren – von der Mittagsfrau bis zur Teufelsbrücke
Was dieses Buch von konventionellen Wanderführern unterscheidet, ist die konsequente Verbindung von Tourenführung und Sagenwelt. Zu jeder Wanderung gehört eine eigens erzählte Sage oder ein Märchen, das der Landschaft eine besondere Bedeutung verleiht. Das Herzstück des Buches bilden zwölf sorgfältig ausgearbeitete Wandertouren, die Natur, Geschichte und Sagenerzählung auf einmalige Weise vereinen. Mal geht es vorbei am malerischen Inselteich und durch weite Flachsfelder, die sich zur Blütezeit in ein lilablaues Band verwandeln – auf den Spuren der gefürchteten Mittagsfrau. Dann wieder führt eine Stadttour durch den idyllischen Lübbener Hain, wo der Liuba-Stein an die sorbische Liebesgöttin und an eine berührende Sage über eine Sorbenprinzessin und ihren Fischer erinnert. Auf den Spuren des Schlangenkönigs geht es vom Sagenbrunnen auf dem Marktplatz in Lübbenau durch den Schlosspark und ins Örtchen Lehde mit seinem Gurkenmuseum. Idyllische Wege führen entlang zahlreicher Wasserarme, vorbei an traditionellen Blockbohlenhäusern und der Krabat-Schleuse bis zum Kur- und Sagenpark, wo der sorbische Glücksdrache Plon wartet. Und wer wissen will, wie der Teufel einst den Spreewald schuf, der begegnet im Storchendorf Dissen-Striesow einer meterhohen Holzskulptur mit Teufel und Ochsengespann. Apropos Teufel: Ein Höhepunkt des Buches ist die berühmte Rakotzbrücke, auch „Teufelsbrücke“ genannt, deren Spiegelung im Rakotzsee einen nahezu perfekten Kreis bildet. Rhododendren, Nixenteiche und die historische Waldeisenbahn machen diese Tour unvergesslich.
Praktisch, atmosphärisch und kulturell tiefgründig
Jede Tour verbindet präzise Wegbeschreibungen und übersichtliche Angaben zu Zeit, Streckenlänge, Parkplätzen und ÖPNV-Anbindung mit eingebetteten Sagen, die direkt am Wegesrand lebendig werden. Atmosphärische Fotografien, erläuternde Infokästen zu Naturdenkmälern, historischen Sehenswürdigkeiten und kulturellen Besonderheiten sowie Gastronomietipps für die Region machen das Buch zu einem echten Rundum-Begleiter. Übersichtliche Karten und GPX-Daten zum Download sorgen für Orientierung – auch in den verschlungensten Fließen des Spreewalds. Ob das Gurkenmuseum in Lehde, die Whisky-Brennerei in Schlepzig, die Slawenburg Raddusch oder das Glasmuseum Weißwasser: Die Tipps „Am Weg“ und „In der Nähe“ öffnen den Blick für die vielen Facetten einer Region, die weit mehr zu bieten hat als ihre Wasserwege.

Wandern durch die Sagenwelt des Nordens
Wer Ostfriesland bislang vor allem als gemütliche Teeland-Idylle kannte, wird mit dem neuen Wanderführer „Märchenhaft wandern in Ostfriesland“ (978-3-8375-2755-1 € 18,95) von Klaas Gerdes eine ganz neue Seite dieser faszinierenden Region entdecken. Das Buch vereint detaillierte Wandertouren mit kulturellen Einblicken, alten Mythen und Legenden aus der ostfriesischen Sagenwelt – und macht so jede Wanderung zu einem unvergesslichen Erlebnis zwischen Natur, Geschichte und Fantasie. Ostfriesland ist weit mehr als flaches Land und weiter Himmel. Die Region im äußersten Nordwesten Deutschlands bietet eine landschaftliche Vielfalt, die in dieser Dichte ihresgleichen sucht: das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer mit seinem einzigartigen Gezeitenrhythmus, die vorgelagerten Inseln mit ihren endlosen Stränden und Dünenlandschaften, die baumlose Weite der Marsch, die stillen Hochmoore und die von Wallhecken durchzogene Geest. Klaas Gerdes führt seine Leserinnen und Leser durch all diese Landschaftstypen und zeigt, wie unterschiedlich sich Wandern in Ostfriesland anfühlen kann: Die Marsch lädt zu fast meditativem Gehen unter wechselnden, oft dramatischen Wolkenformationen ein – ein Erlebnis, das vor allem Großstädter tief durchatmen lässt. Auf den sandigen Pfaden der Geest begleiten uralte Wallhecken – teils jahrhundertealte Erdwälle aus aufgeschichtetem Boden und dichtem Bewuchs – die Route und erzählen stumm von bäuerlichem Leben vergangener Epochen. Und wer einen Moorweg betritt, spürt sofort: Hier ist die Natur noch ursprünglich. Der leicht schwankende Boden unter den Füßen, der Geruch von Torf und Wollgras, die Stille – das Moor ist ein Naturraum, der die Sinne schärft und die Fantasie beflügelt.
Wandern mit Tiefgang: Sagen, Mythen und Legenden
Was „Märchenhaft wandern in Ostfriesland“ von anderen Wanderführern unterscheidet, ist die konsequente Verbindung von Tourenplanung und kulturellem Erleben. Zu jeder Tour hat Klaas Gerdes sorgfältig recherchierte Informationen über Sehenswürdigkeiten zusammengestellt, die direkt auf dem Weg liegen oder einen kleinen Abstecher wert sind – von historischen Kirchen und mittelalterlichen Burgen über alte Mühlen bis hin zu versteckten Naturjuwelen. Doch das eigentliche Herzstück des Buches sind die Mythen, Märchen und Legenden aus der ostfriesischen Sagenwelt, die jeder Tour ihr ganz besonderes Gepräge geben. Ostfriesland blickt auf eine reiche mündliche Überlieferungstradition zurück: Geschichten von Wassermännern und Klabauterleuten, von versunkenen Dörfern unter dem Watt, von mutigen Deichbauern und rätselhaften Moorgeistern – und natürlich von Piraten wie Klaus Störtebeker. Diese Erzählungen, eingebettet in die jeweilige Tourenroute, verwandeln einen schlichten Spaziergang in eine lebendige Begegnung mit der Seele einer Landschaft. Wer an einem alten Grabhügel auf der Geest steht und dabei von den Sagen erfährt, die sich die Menschen früher über diesen Ort erzählten, sieht die Umgebung mit ganz anderen Augen.
Praktisch, zuverlässig und digital vernetzt
Klaas Gerdes weiß, was Wanderinnen und Wanderer wirklich brauchen. Neben der inhaltlichen Tiefe überzeugt das Buch daher auch durch seine praktische Ausstattung. Klare, gut lesbare Karten geben zu jeder Tour eine verlässliche Orientierung, und detaillierte Streckenbeschreibungen sorgen dafür, dass man auch ohne Ortskenntnisse sicher ans Ziel kommt. Besonders wertvoll für die digitale Generation: Zu jeder Route stehen GPX-Daten zum Download bereit, die sich problemlos auf Smartphones, GPS-Geräte oder Smartwatches übertragen lassen. Ergänzt wird das Buch durch praktische Hinweise zu Anfahrt, Parkmöglichkeiten, Einkehrmöglichkeiten und Besonderheiten der jeweiligen Route – etwa Gezeiteninformationen für Wattpassagen oder Hinweise auf saisonale Besonderheiten in der Natur.
Beeindruckende Fotografie: Lust aufs Losgehen inklusive
Ein Wanderführer lebt auch von seinen Bildern, und „Märchenhaft wandern in Ostfriesland“ macht da keine halben Sachen: Beeindruckende Fotografien fangen die einzigartige Lichtstimmung Ostfrieslands ein – das goldene Abendlicht über der Marsch, Nebelschwaden über dem Moor im frühen Morgengrauen, das glitzernde Wattenmeer bei Ebbe und die kräftigen Farben der Heidelandschaft auf der Geest. Diese Bilder machen nicht nur Lust aufs Wandern, sie sind selbst ein Genuss und laden dazu ein, das Buch auch einfach als Bildband zu blättern. „Märchenhaft wandern in Ostfriesland“ richtet sich an alle, die Natur und Kultur gleichermaßen schätzen – an erfahrene Wanderinnen und Wanderer ebenso wie an Familien, Paare oder Alleinreisende, die Ostfriesland auf eigene Faust entdecken möchten. Das Buch eignet sich hervorragend als Geschenk für Naturliebhaber, Ostfriesland-Fans oder alle, die einfach mal den Alltag hinter sich lassen und in einer ursprünglichen Landschaft neue Kraft schöpfen wollen.

Buch entdeckt die Heimatschätze des Bergischen Landes
Der Klartext Verlag präsentiert mit „Heimatschätze Bergisches Land“ (978-3-8375-2762-9 € 18,95) einen neuen Reise- und Kulturführer, der die vielseitige Region zwischen Rhein und Sauerland auf beeindruckende Weise erlebbar macht. Autorin Antje Zimmermann nimmt ihre Leserinnen und Leser mit auf eine Entdeckertour zu den schönsten und bedeutendsten historischen Orten des Bergischen Landes. Das Bergische Land verdankt seinen Namen nicht etwa den vielen Erhebungen, die sich wie Wellen über das Land ziehen, sondern den Grafen und späteren Herzögen von Berg, die von 1060 bis 1806 über ein Gebiet herrschten, das sich in seiner Glanzzeit vom Rhein bis zum Sauerland erstreckte. Unzählige Bauten zeugen noch heute von dieser langen Geschichte, und genau diese Schätze spürt Antje Zimmermann in ihrem Buch auf. Ob idyllische Altstädte, historische Herrensitze, imposante Schlösser und Burgen, geschichtsträchtige Mühlen oder Industriemuseen, die die Vergangenheit lebendig werden lassen – das Buch bietet eine abwechslungsreiche Reise durch 17 Orte und Regionen: von Wiehl, Nümbrecht und Engelskirchen über Gummersbach, Leichlingen und Altenberg bis hin zu Wuppertal, Solingen, Remscheid und Monheim am Rhein.
Wahrzeichen und Superlative
Zu den Highlights des Buches zählen die großen Wahrzeichen der Region. Allen voran der Altenberger Dom in Odenthal, dessen monumentales Westfenster als größtes gotisches Bleiglasfenster nördlich der Alpen gilt. Licht, das durch dieses Fenster fällt, lässt den grauen Kirchenraum farbig erstrahlen und schafft Momente, die viele Besucher als mystisch oder magisch beschreiben. Das gotische Gotteshaus, mit dessen Bau die Zisterzienser im 12. Jahrhundert begannen, ist heute eine der bedeutendsten Kirchen Nordrhein-Westfalens und steht exemplarisch für die reiche Geschichte der Region. Ebenso imposant: die Müngstener Brücke bei Solingen, die mit 107 Metern als höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands gilt und im Oktober 2025 von der Bundesingenieurkammer als „Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ ausgezeichnet wurde. Seit 2012 laufen zudem Bemühungen, sie als transnationales UNESCO-Welterbe anerkennen zu lassen. Nicht minder beeindruckend sind Schloss Bensberg in Bergisch Gladbach – ein bedeutendes Barockschloss, von dem schon Goethe schwärmte und das heute als Fünf-Sterne-Hotel residiert – sowie Schloss Homburg in Nümbrecht, ein strahlend gelber Barockprachtbau, der urkundlich erstmals 1276 erwähnt wurde und seit 1926 ein Museum beherbergt. Und Schloss Burg an der Wupper in Solingen, der einstige Stammsitz der Grafen von Berg, der nach jahrelangen Sanierungsarbeiten seit September 2025 in neuem Glanz erstrahlt.
Typisch bergisch: Fachwerk, Schiefer und Industriekultur
Charakteristisch für die Region sind die typischen Fachwerk- und Schieferhäuser mit ihren weißen Fensterrahmen und grünen Schlagläden – ein Anblick, der Fotofreunde begeistert und das unverwechselbare Gesicht des Bergischen Landes prägt. Besonders eindrucksvoll erhalten findet sich dieses Bild etwa in der Altstadt von Solingen-Gräfrath, die im 18. und 19. Jahrhundert entstanden ist und heute als eine der besterhaltenen und schönsten in ganz Nordrhein-Westfalen gilt, aber auch in Nümbrecht, wo das historische Ortsbild auf der Hauptstraße weitgehend erhalten ist und eine Fassade schöner als die andere anmutet. Dank des Wasserreichtums der Region entstanden einst hunderte Mühlen und Hammerwerke, die die Grundlage für eine bedeutende Metall- und Textilproduktion schufen. Zimmermann besucht unter anderem die Papiermühle Alte Dombach in Bergisch Gladbach – heute Deutschlands größtes Papiermuseum –, die Lambertsmühle in Burscheid, eine der ältesten und besterhaltenen Mühlen der Region, sowie das LVR-Industriemuseum Kraftwerk Ermen & Engels in Engelskirchen, das die industrielle Vergangenheit der Region auf einem historisch hochspannenden Gelände erlebbar macht.
Natur, Geheimtipps und außergewöhnliche Erlebnisse
Neben Kulturdenkmälern beleuchtet Zimmermann auch die einzigartige Naturlandschaft der Region. Die Wahner Heide in Rösrath ist das zweitgrößte und artenreichste Naturschutzgebiet in Nordrhein-Westfalen – ein Paradies für Naturfreunde, Wanderer, Fotografen und Tierliebhaber. Die Genkeltalsperre in Gummersbach mit ihren neongrünen Buchenwäldern und wabernden Nebeln erinnert an schottische Landschaften und überrascht selbst Einheimische. Der Baumwipfelpfad Panarbora in Waldbröl gilt mit 1635 Metern als längster barrierefreier Baumwipfelpfad in NRW, und die Wiehler Tropfsteinhöhle, 1860 zufällig bei Sprengarbeiten entdeckt, zieht mit ihrer mystischen Atmosphäre aus Stalaktiten und Stalagmiten bis heute Besucher in ihren Bann.
Praktische Insider-Tipps zur Gastronomie – von der Erzquell-Brauerei in Wiehl-Bielstein über das Zwei-Sterne-Restaurant Vendôme in Schloss Bensberg bis zur urigen Klostermühle in Rösrath – sowie beeindruckende Fotografien runden das Buch ab und machen Lust, die Region selbst zu erkunden. www.klartext-verlag.de