Gegen das Vergessen

  • Bewegender neuer Roman von Roddy Doyle bei GOYA erschienen
  • In Rezensionen

Roddy Doyle hat mich "Lächeln" (978-3-8337-4518-8 € 22,-), einfühlsam übersetzt von Sabine Längsfeld, einen berührenden Roman vorgelegt, der unter die Haut geht.

Gerade  in eine neue Wohnung gezogen und zum ersten Mal seit Jahren allein, geht Victor Forde in Donnelly's Pub auf ein Bier. Dort bekommt er Gesellschaft. Ein Mann in Shorts und rosa Hemd, stellt sich als Fitzpatrick vor und setzt sich zu ihm. Er kennt Victors Namen und erinnert sich an ihre gemeinsame Schulzeit. Victor mag ihn nicht. Auch mag er die alten Geschichten über ihre Zeit bei den Christlichen Brüdern nicht, die Fitzpatrick hervorkramt. Angeregt durch die Gespräche, steigen auch andere Erinnerungen in Victor hoch - an Rachel, seine schöne Ex-Frau und Berühmtheit, an seinen eigenen Anspruch, etwas im Leben zu erreichen.

 

Aber es sind die Erinnerungen an die Schule, an die Lehrer, vor allem an den einen Christlichen Bruder, die ihm am meisten Unbehagen bereiten. Die lange verdrängten Ereignisse suchen Victor in immer kürzeren Abständen heim und scheinen ihm schließlich fast den Verstand zu rauben. Bis er zu einer schockierenden Erkenntnis gelangt, die alles verändert. Roddy Doyles couragierter Roman beschäftigt sich mit dem brisanten und tragischen Thema des Kindesmissbrauchs in der Katholischen Kirche. Er zeigt, dass die traumatischen Erlebnisse tief sitzen und die Betroffenen ein Leben lang beschäftigen. Lächeln ist ein Beitrag dazu, das Schweigen zu brechen und das Leid spürbar und sichtbar zu machen. Das gleichnamige Hörbuch ist bei GOYALiT (978-3-8337-4540-9 € 22,-) erschienen, interpretiert und gelesen von Stephan Schad. www.goyaverlag.de und www.goyalit.de