Ein Buch zum Staunen über die Welt

  • Eine Weltreise in die globale Geschichte
  • In Rezensionen

Manchmal erscheinen Bücher, die einen beinahe sprachlos machen. Vor Erstaunen, vor Bewunderung, vor Neugierde und Ungeduld, dieses besondere Werk studieren zu können.

Im wbg Theiss Verlag ist jetzt solch ein Band erschienen: »Ins Unbekannte« (978-3-8062-4114-3 Euro 39,95) des großen Historikers Norman Davies ist ein Reisebuch in die Vergangenheit unserer Welt, in dem sich Literatur, Geschichte und Reiseerfahrung auf faszinierende Weise verbinden. Die Grenzen zwischen Belletristik und Geschichtsbuch werden fließend, wodurch eine Weltreise in die Geschichte entstanden ist, die man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Ausgehend von Streifzügen durch die Geschichte der Reiseliteratur macht sich der Autor des Bestsellers »Verschwundene Reiche« mit 73 Jahren auf eine Weltreise. Seine Motivation? Die eigene Beobachtungsgabe auf die Probe zu stellen, wiederkehrende Muster in den historischen Tiefenschichten der verschiedenen Weltregionen zu entdecken und mit detektivischem Spürsinn Geschichten in der Geschichte zu finden. Mit eindrücklichem Wissen präsentiert Davies in Anlehnung an Goethes Italienreise – den Grundpfeiler des reiseliterarischen Kanons – seine eigene Reise als „Schule des Sehens“. Ob Baku, Singapur, Cornwall, Haiti, Neuseeland, Indien: Ausgehend von den jeweiligen Gegenwarten dieser Orte entwickelt Davies chronologische Narrative der besuchten Weltregionen, um hierdurch am Ende seiner Reise zu einer neuen Sichtweise auf die Welt zu gelangen. So resümiert er, dass sich ein wirkliches Verständnis der Weltgeschichte und entlegener Weltregionen erst ergebe, wenn der Blick immer auch auf die innere Entwicklung und Geschichte Europas gelenkt werde. Denn die schlimmsten Verbrechen der europäischen Geschichte wie der Holocaust wurden nicht in Übersee begangen, sondern auf eigenem Boden. Die binäre Trennung zwischen europäischer Binnengeschichte einerseits und der globalen Interaktionsgeschichte von Europäern und Nichteuropäern andererseits entpuppt sich seiner Ansicht nach somit als nichtig. Es gibt für ihn einzig und allein die Globalgeschichte als Menschheitsgeschichte. Norman Davies ist emeritierter Professor für Geschichte an den Universitäten London, Harvard, Stanford und Columbia. Er wurde mit umfangreichen Werken und Bestsellern zur Geschichte Europas international bekannt. Sein Buch "Verschwundene Reiche. Die Geschichte des vergessenen Europa" (2013) wurde zu einem weltweiten Erfolg. www.wbg-wissenverbindet.de