Passionsspiele Erl: Sechs Monate, 32 Aufführungen, über 34.000 Besucher

  • Was sich im Passionsspielort Erl abspielt, ist beeindruckend
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Jetzt ist der letzte Vorhang gefallen, die Passionsspiele 2019 Erl sind zu Ende gegangen. Erfolgreiche, bewegende und auch anstrengende Monate liegen hinter den Darstellern.

550 Erler bestritten seit Mai jedes Wochenende zwei Vorstellungen der ältesten Passionsspiele im deutschsprachigen Raum. Ein Drittel der Einwohner der Tiroler Gemeinde – Jung und Alt – war mit großer Begeisterung, viel Kondition und Motivation dabei. Alle sechs Jahre bringen die Erler „ihre“ Passion auf die Bühne. Damit halten sie einen jahrhundertealten Brauch am Leben. Jetzt heißt es aufräumen – 500 Kostüme müssen gewaschen und verstaut werden, das Bühnenequipment und unzählige Scheinwerfer werden wieder abgebaut. Eine Mammutaufgabe haben bereits die Friseurinnen erledigt. Acht Stunden hat es gedauert, bis die Erler Männer und Buben wieder von ihrer Haar- und Bartpracht befreit waren, die sie sich eigens für einen authentischen Auftritt in der Passion wachsen ließen. Die Apostel-Darsteller erinnern sich mit einem Schmunzeln an die große Bühnenbegeisterung von Esel Leo, der vor seinen Auftritten kaum zu bremsen war. Schrecksekunden machten die Erler bei einem Stromausfall während einer Aufführung durch, als Minuten zu einer gefühlten Ewigkeit wurden. Ihren Kantinenwirt Sebastian Schreder lassen sie alle hochleben. Er hat in seiner Doppelrolle als kulinarischer Versorger und Darsteller in den Passionsspielen großes Durchhaltevermögen bewiesen. Das Finale vergangenes Wochenende hatte etwas Magisches. Der Jesus-Darsteller in der Dernière, Florian Harlander, wurde wenige Tage vor der Abschlussaufführung Vater einer kleinen Tochter. Zum letzten „Großen Gott“ versammelte sich ganz Erl auf der Bühne – von der Garderobenfrau über die Feuerwehr, von den Bühnenarbeitern über die Buffetleute bis hin zu den Bühnenkindern mit ihren Familien und vielen anderen. Das große Projekt „Passionsspiele“ verbindet die Menschen im Dorf. Ursprünglich aus Dankbarkeit für Gottes Schutz und Hilfe vor Krankheit, Pest und Kriegsgefahr aufgeführt, spielen die Erler seit über 400 Jahren noch heute mit großem Engagement ihre Passion. www.passionsspiele.at